Familie und Tradition

Mittlerweile lebt die zwölfte Generation Blaul in Gönnheim. Selbst im dreißigjährigen Krieg (1618-1648) ließ man sich nicht aus der schönen Pfalz vertreiben. In den darauf folgenden Jahrhunderten war die Region immer wieder Zankapfel zwischen französischen und deutschen Kriegstreibern.

Die geologische Lage hat Land und Leute geprägt. Hier gedeihen neben dem Wein viele Obst- und Gemüsearten, Kartoffeln, Getreide und Zuckerrüben.

Der Pfälzer versteht es geschickt Fleiß und Lebensfreude in Harmonie zu verbinden!

Grundsteinlegung

Vor über 100 Jahren Jahren erwarb der Urgroßvater, Jean, das heutige Weingut.

Opa Jeans (Johannes) Frau Luise, geb. Eder war eine sehr resolute Dame.Bis ins hohe Alter führte sie das Regiment im Hause Blaul. Sie verstand es wie kaum eine Andere die Großfamilie zu mobilisieren.

An ihrem 80ten Geburtstag waren weit über 100 Leute geladen, was 1969 nicht gerade üblich war. Berühmt waren auch die Schlachtfeste im Hause Blaul. Die große Tafelrunde garantierte den nächsten Termin. Bis zu Luises Tod (1973), wohnten 4 Generationen unter einem Dach.

Wiederaufbau

Im Laufe der Zeit übernahm der Sohn von Jean, Albert Blaul, den Betrieb. Für die Eheleute Albert und Emma Blaul war es ein schwieriges Unterfangen den Betrieb zu führen.   

Die ehemalige Scheune und Teile des Nebengebäudes wurden am 06.12.1942 vollständig zerstört. Noch während des zweiten Weltkrieges gelang der komplette Wiederaufbau.

Des Weiteren war Vater Albert im Krieg und danach mehrere Jahre in Gefangenschaft. 1945 waren die drei Kinder: Hans, Wilhelm und Gerd erst 12, 9 und 2 Jahre alt! Zudem folgte 1947 ein extrem trockener Sommer, welcher die Ernte größtenteils zunichte machte.

Vom Mischbetrieb zum Weingut

Sohn Wilhelm heiratete 1958 die Lehrerstochter Linde Schneider. Sie übernahmen den elterlichen Betrieb im Hause Blaul. Auch wenn die Zeiten noch nicht so rosig waren, konnte 1959 ein Jahrhundertjahrgang geerntet werden. Am letzten Tag der Ernte, dem  07.10.59, erblickte Sohn Uli das Licht der Welt, nachdem ein Jahr zuvor, am 22.09.1958, die Geburt von Tochter Traudel gefeiert werden konnte.
Vater Wilhelm war sehr aktiv am Dorfgeschehen beteiligt und in mehreren Vereinen bis in den Vorstand aktiv. Auch im Weingut war die Handschrift des jungen Paares, Wilhelm und Linde, deutlich zu spüren.

Bis 1969 wurde ein Teil der Ernte in eine umliegende Winzergenossenschaft abgeliefert. Der Sohn von Albert, Wilhelm Blaul strukturierte den auch landwirtschaftlich geprägten Betrieb (Getreide, Zuckerrüben, Mais, Kartoffeln) nach und nach zu einem Flaschenwein vermarktenden Weingut um.

Der einstige Mischbetrieb hatte sich mit viel Einsatz der Beiden bis Mitte der Siebziger zu einem florierenden Flaschenweinbetrieb gemausert.

Gut 40.000 Flaschen Wein im Jahr fanden problemlos ihre Abnehmer.
Daneben wurden noch 4ha Obstbau bewirtschaftet! Bis zu ihrem Tod waren auch die Senioren Albert (†1988) und Emma (†1993) aktiv. Eine große Hilfe für Wilhelm und Linde, war auch deren Mutter Hulda Schneider (†2002).

Es waren viele fleißige Hände notwendig, um die Trauben zu lesen und die Äpfel sowie Kirschen zu pflücken.

Neuer Schwung

Nachdem ich, Uli Blaul 1985, die Ausbildung als Winzermeister vorweisen konnte, stieg ich mit in den Betrieb meines Vaters Wilhelm ein. Ein Jahr später heirateten Petra Müller aus Niederkirchen und ich. Wir dürfen uns über die Geburt dreier Kinder freuen: Dennis (1987), Isabelle (1989) und Laura (1995).

Wir widmen uns nun ganz dem Weinbau. Die Rebfläche hat sich bis heute auf knapp 11 ha ausgedehnt.

Regelmäßige Festlichkeiten und Weinproben bringen immer wieder neue Interessenten für die Blaul-Weine.

Zudem erweist sich meine Frau als sehr kreativ. Nach und nach wurde das Weingut immer mehr zum Schmuckstück. Mit viel Herz und Einsatz gelang es uns den Betrieb in den heutigen Zustand zu versetzen. Dabei wird der Weinqualität die oberste Priorität geboten. Wir erweisen uns als ausgesprochen gutes Team.

Für neuen Schwung sorgt mittlerweile auch unser Sohn Dennis. 2009 hat er das Studium für Weinbau und Oenologie in Geisenheim aufgenommen und fügt sich nach und nach in den Familienbetrieb ein. Mit großer Freude versuchen wir gemeinsam neue Ideen und Erkenntnisse umzusetzen!

Tradition und Familie gehören oft ganz eng zusammen. Mitunter gehen die ersten Kontakte auf Zeiten von Urgroßvater und Urgroßmutter zurück.

Die Gastfreundschaft  wurde schon immer hoch geschätzt und bis heute heißen wir alle Weinfreunde auf das herzlichste Willkommen!

Hof um 1920
Johannes (Jeans) und Luise Blaul
Albert und Emma Blaul
Wiederaufbau des Anwesens um 1943
Wilhelm und Linde Blaul
Uli und Petra Blaul